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Sowohl Spanien als auch die Länder Lateinamerikas haben grosse Autoren hervorgebracht. Ihre Bücher spiegeln häufig die sozialen und politischen Realitäten ihrer Heimat wieder. Tauche ein in fantastische und spannende Welten und Geschichten oder geniesse die wohltuenden und tiefsinnigen Worte der Poeten Spaniens und Lateinamerikas!


Miguel de Cervantes (Spanien, 1547-1616)

Der Spanier ist der Autor des weltbekannten Romans „Don Quijote de la Mancha“, der im Original „El Ingenioso Hidalgo Don Quixote de la Mancha“ heisst. Es handelt sich dabei um ein höchst ironisches und zeitkritisches Werk. Der kleine Landadelige Don Quijote vertieft sich in alte Ritterromane, bis er verrückt wird und glaubt, selbst ein mutiger Ritter zu sein. Gemeinsam mit seinem klapprigen Gaul und seinem „vollschlanken“ Knappen Sancho Panza macht er sich auf, abenteuerliche Prüfungen zu bestehen. Dabei sieht er in allem ritterliche Herausforderungen. Die bekannteste Szene ist sein Kampf gegen die Windmühlen, die er für gewaltige Riesen hält.

 

 

 

Pablo Neruda (Chile, 1904-1973)

Das bekannteste Werk des chilenischen Poeten ist seine Sammlung von Liebesgedichten „Veinte poemas de amor y una canción desesperada“, die damals wegen erotischer Anspielungen für grossen Aufruhr sorgten. Neruda, der 1971 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, war vor allem für sein politisches Engagement bekannt, weshalb er auch immer wieder aus den verschiedensten Ländern fliehen musste. 1969 wird er in seinem Heimatland von der Kommunistischen Partei sogar als Präsidentschaftskandidat nominiert, worauf er aber zugunsten Salvador Allendes verzichtet, der später auch wirklich als Präsident gewählt wird. Nerudas politische Ader kommt in seinem Gedichtszyklus Canto General am besten zum Ausdruck, in dem er den Kampf Lateinamerikas gegen den Kolonialismus beschreibt.

 

 

Gabriel GarcÍa MÁrquez (Kolumbien, 1928)

Der Schriftsteller, Journalist und Nobelpreisträger Márquez gilt als bekanntester Vertreter des „magischen Realismus“. In diesem Genre, das vor allem unter lateinamerikanischen Autoren verbreitet ist, vermischt sich die Realität mit der Fantasie. Das bekannteste Buch von Márquez „Cien años de soledad“ ist zugleich eines der wichtigsten Werke des „magischen Realismus“. Es handelt vom Aufstieg und Niedergang einer kolumbianischen Familie und des von ihr gegründeten Dorfes. Die Bücher des Kolumbianers setzen sich häufig mit den Themen Gewalt, Einsamkeit und dem Bedürfnis nach Liebe auseinander. In einem seiner aktuellsten Bücher, „Vivir para contarla“, beschreibt er sein Leben in Kolumbien.

 

 

Isabel Allende (Chile, 1942)

Ihr erster Roman „La casa de los espíritus“ wurde gleich ein Welterfolg. In diesem 1982 veröffentlichten Buch beschreibt Allende die Geschichte einer chilenischen Familie in den 1920ern bis in die Zeit der Militärdiktatur in den 1970er Jahren. Das Werk hat stark autobiografische Züge und beschreibt die gesellschaftliche und politische Situation in Chile zu dieser Zeit. Die Autorin und Journalistin Isabel Allende ist mit dem damals geputschten Staatspräsidenten Salvador Allende verwandt. Sie ist heute eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Welt.

 

 

 

 

MarIo Vargas Llosa (Peru, 1936)

Llosa gilt als einer der bedeutendsten noch lebenden lateinamerikanischen Schriftsteller. In seinen Romanen befasst er sich häufig mit den politischen und sozialen Ungerechtigkeiten auf seinem Heimatkontinent. Llosas Buch „La ciudad y los perros“ aus dem Jahre 1963 wurde in Lima öffentlich verbrannt. Er verarbeitete darin seine Erfahrungen in einer Kadettenanstalt. Im Jahre 2000 veröffentlichte er den Roman „La fiesta del chivo“, der den Sturz der Diktatur Trujillo in der dominikanischen Republik beschreibt. Mario Vargas Llosa hat sich nicht nur in seinen Werken politisch engagiert. 1990 kandidierte er für das Amt des peruanischen Staatspräsidenten und unterlag in der Stichwahl Alberto Fujimori.

 

 

 

Octavio Paz (Mexiko, 1914-1998)

Der mexikanische Schriftsteller und Diplomat verfasste sowohl Essays als auch Gedichte. Sein bekanntestes Essay heisst „El laberinto de la soledad“. Darin erforscht er die lateinamerikanische und mexikanische Identität und setzt sich mit dem Trauma der spanischen Eroberung auseinander. Bekannte lyrische Werke von Octavio Paz sind „Piedra del sol“, „Blanco“ und „Pasado en claro“. 1990 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

Jorge Luis Borges (Argentinien, 1899–1986)

Borges fantastische Erzählungen sind weltberühmt. Er gibt ihnen den Anstrich von Sachtexten, so dass seine Fantasiewelten real erscheinen. Seine Kurzgeschichte „Tlön, Uqbar, Orbis Tertius“ aus dem Erzählband „Ficciones“ erlangte besondere Berühmtheit. Im selben Band findet man die Geschichte „La Biblioteca de Babel“, welche Umberto Eco zum Bauplan der Bibliothek in seinem Roman „Der Name der Rose“ inspirierte. Borges erblindete im Alter von 50 Jahren, trotzdem war er noch viele Jahre schriftstellerisch tätig.

 

 

 

 

 

Federico GarcÍa Lorca (Spanien, 1898-1936)

Als einer der bedeutendsten Autoren Spaniens ist Federico García Lorca vor allem für seine Dramen und lyrischen Werke bekannt. Lorcas Theaterstücke enthalten oft gesellschaftskritische Aussagen. Dies war vielleicht ein Grund dafür, dass er zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges von den Nationalisten ermordet wurde. Sein berühmtestes lyrisches Werk heisst „Llanto por Ignacio Sanchez Mejías“ und ist seinem Freund, einem spanischen Torero gewidmet, der in der Stierkampf-Arena seinen Tod fand.

 

 

 

 

Gabriela Mistral (Chile, 1889-1957)

Die chilenische Dichterin wurde 1945 als erste Lateinamerikanerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mistrals Gedichte beschreiben die Liebe, den Tod und die Hoffnung. Häufig findet sich in den Texten der allein stehenden Dichterin die Sehnsucht nach Mutterschaft. So auch in ihrem Gedichtband „Poemas de las madres“. Andere berühmte Werke sind „Sonetos de la muerte“ und „Desolación“.

 

 

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