Guatemala
Geografie
- 14'280'596 (Juli 2004)
- 108'890 Quadratkilometer
- MEZ minus 7 Stunden (minus 8 während europäischer Sommerzeit)
- Guatemala-Stadt (1500 m ü M), rund 2.5 Mio. Einwohner (Hauptstadt)
- Antigua Guatemala (1500 m ü M), rund 30 000 Einwohner
- Tajumulco 4210 m
- 400 km
Das Hochplateau, das sich in einer Höhe von bis zu 2000 Metern von Westen nach Osten erstreckt, gibt Guatemala seine geografische Struktur. Im Norden des Plateaus breitet sich das mit tropischem Regenwald bewachsene Tiefland El Petén aus. Auf der Südseite der Hochebene befindet sich der schmale fruchtbare Küstenstreifen, das Pazifik-Tiefland. Das Hochplateau selbst befindet sich im Zentrum des Landes und ist das am dichtesten besiedelte Gebiet Guatemalas. Hier befindet sich auch die Mehrzahl der Städte.
Flora und Fauna
Grosse Teile des guatemaltekischen Tieflandes sind von tropischen Regenwäldern bewachsen. Daneben prägen vor allem Kiefernwälder das Landschaftsbild. In den höheren Regionen wachsen hauptsächlich Eichenwälder. Das ganze Land bietet einer Unmenge von Orchideenarten ihre Lebensgrundlage. Auch die Artenvielfalt der Vögel ist in Guatemala ausserordentlich gross. Ein ganz besonderer Vogel ist der Quetzal, das Wappentier des Landes, mit seinem schillernden und bunten Gefieder. Im Tiefland sind neben Vögeln, Affen und Rotwild die den Wildschweinen ähnlichen Pekaris weit verbreitet. Weit kleiner ist die Zahl der in Guatemala lebenden Jaguare, Pumas und Tapire.
Gesellschaft
- Mestizen (55%)
- Indigene Bevölkerung (43%)
- Spanischstämmige (2%)
- Spanisch
- Indigene Sprachen
- ca. 65 Jahre (Männer 64, Frauen 66)
- 18.4 Jahre
- 75% unter der Armutsgrenze
- -1.67/1000 Einwohner
- Römisch-katholisch
- Protestantisch
- Glauben der Mayas
Guatemala hat den grössten Anteil indigener Bevölkerung ganz Mittelamerikas. Daher sind auch die mehr als 20 Mayasprachen noch weit verbreitet. Obwohl Spanisch die offizielle Landessprache Guatemalas ist, gibt eine Mehrheit der Bevölkerung eine der Mayasprachen als Muttersprache an. Rund 60 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land. Drei Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Obwohl eine allgemeine Schulpflicht besteht, bricht ein Grossteil der Jugendlichen auf dem Land die Schule vorzeitig ab, so dass der Anteil an Analphabeten mit 30 Prozent gross ist.
Der 36 Jahre dauernde Bürgerkrieg, welcher erst 1996 beendet wurde, forderte gegen 200 000 Tote und über eine Million Flüchtlinge. Vor allem die indigene Landbevölkerung war stark von den Vorkommnissen dieser Zeit betroffen. Die guatemaltekische Gesellschaft steht auch heute noch vor der Herausforderung, sich mit diesem schrecklichen Kapitel ihrer Geschichte auseinanderzusetzen.
Religion
Die Mehrheit der Guatemalteken ist katholisch. Die protestantische Gemeinde ist stark vertreten. Daneben existieren zahlreiche Mischformen von katholischen und indianischen Religionstraditionen.
Geschichte
- Maya
- 1523
- 1821
- 15. September (1821)
- Marimba-Musik (Marimba: xylophonartiges Instrument)
- Mais-Tortillas
Guatemala war bis ins 16. Jahrhundert das Zentrum der Maya-Zivilisation. 1523 wurde das Gebiet vollständig von den Spaniern erobert. Bis ins Jahr 1821 wurde Guatemala von der spanischen Krone regiert. Nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskampf trat Guatemala der zentralamerikanischen Föderation bei, bevor das Land 1840 ein unabhängiger Staat wurde. In der Folgezeit regierten vorwiegend autoritäre Herrscher, so genannte Caudillos, das Land. Um die Jahrhundertwende wurde Guatemala modernisiert und die amerikanische United Fruit Company legte grossflächige Kaffee- und Bananenplantagen an. Nach einer kurzen Phase der Demokratie, während welcher Landreformen durchgeführt wurden, setzte man auf Druck der United Fruit Company und der USA wieder einen Diktator ein.
Die Diskrepanz zwischen der indigenen Landbevölkerung und der weissen Mittel- und Oberschicht nahm wieder zu und es kam zum Bürgerkrieg, der 36 Jahre dauerte und in einen eigentlichen Genozid der Indigenas ausartete. Nach der Machtübernahme von General Rios Montt im Jahre 1982 gingen Militär und Paramilitär besonders brutal vor und verübten zahlreiche Massaker an der Landbevölkerung. Erst 1996 wurde der Krieg mit einem Friedensvertrag beendet.
Kultur
Das spanische Kulturerbe kommt hauptsächlich in der offiziellen Sprache und den kolonialen Bauten zum Ausdruck. In der ehemaligen kolonialen Hauptstadt Antigua findet man auch heute noch viele gut erhaltene Kolonialbauten. Im vielfältigen Kunsthandwerk Guatemalas tritt die Kultur der Mayas zu Tage. Die bunt gemusterten Stoffe, die Schmuck- und Keramikarbeiten sind in indianischem Design gestaltet.
KÜCHE
Die Küche Guatemalas besteht hauptsächlich aus Eiern, Bohnen und Maistortillas. Sie ist nicht besonders abwechslungsreich. In den Touristenorten findet man aber auch europäische und asiatische Speisen. Menus mit Bananen, Meeresfrüchten und Kokosnüssen sind an der Karibik-Küste verbreitet.
Politik
- Republik
- 22 Departamentos
- Bürgerkrieg (1960-1996)
- Quetzal (GTQ)
- US Dollar
- Kaffee
- Zucker
- Bananen
- 4100$
Guatemalas Regierungssystem basiert auf der Verfassung von 1986, welche 1994 letztmals geändert wurde. Der Präsident wird für vier Jahre vom Volk gewählt und hat umfangreiche Machtbefugnisse. Auch die Abgeordneten des Parlamentes sind für vier Jahre sicher im Amt. Nachdem während des Regimes von Rios Montt anfangs der 80er Jahre alle Parteien verboten wurden, existiert seit 1985 wieder ein Mehrparteien-System. Die Parteienlandschaft ist aber sehr instabil. Viele Parteien lösen sich nach einer Legislaturperiode wieder auf oder versinken in der Bedeutungslosigkeit. Gesellschaftsgruppen wie Unternehmer oder das Militär haben bedeutend mehr Einfluss auf die Politik als die Parteien. 1999 wurden seit 40 Jahren die ersten demokratischen Wahlen in Friedenszeiten durchgeführt.
Wirtschaft
Die Agrarwirtschaft hat in Guatemala in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, trotzdem ist sie immer noch existenziell für die ländliche Bevölkerung. Anstelle der traditionellen Exportprodukte wie Kaffee oder Bananen werden immer mehr neue Produkte wie Blumen, Zierpflanzen, Beeren oder Handarbeiten ausgeführt. Auch der Handel und die verarbeitende Industrie haben in Guatemala zugenommen. Seit Ende der 90er Jahre ist der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Viel Geld fliesst ausserdem durch Überweisungen ausgewanderter Guatemalteken an ihre Familien in die Wirtschaft Guatemalas.





