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Geografie

Einwohner:
  • 13,212,742 (Juli 2004)
Fläche:
  • 283560 Quadratkilometer
Zeitverschiebung:
  • MEZ minus 6 Stunden (minus 7 während europäischer Sommerzeit)
Die wichtigsten Städte:
  • Quito (2850 m ü M) rund 1,5 Mio. Einwohner (Hauptstadt)
  • Guayaquil (0 m ü M) rund 2 Mio. Einwohner
Berge und Vulkane:
  • Chimborazo 6267 m
  • Cotopaxi 5897 m
Küste:
  • 2237 km

Ecuador ist das kleinste spanischsprachige Land Südamerikas. Trotz seiner kleinen Fläche kann das Land in vier vollkommen unterschiedliche Gebiete eingeteilt werden. Die Anden-Gebirgskette trennt die Pazifikküste im Westen vom Amazonasbecken im Osten. Das dritte Gebiet bildet die Sierra, das Hochland, welches sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 3000 m auf der Anden-Gebirgskette von Norden des Landes bis in den Süden erstreckt. Rund 1000 km westlich des Festlandes breitet sich das vierte Gebiet Ecuadors, die Galapagos-Inseln, aus.

Flora und Fauna

Durch die ausgeprägte geografische Unterteilung beherbergt das Land verschiedenste Ökosysteme auf engstem Raum. Die über 50 Vulkankrater, die aus den Höhensteppen in den Himmel ragen, prägen die Landschaft der Sierra, wo Kolibris, Hirsche und Pumas leben und der Kondor seine Kreise zieht. Charakteristisch für die Küstenregion sind die Mangrovenwälder, welche den Krabben, Austern und Fischen die natürliche Lebensgrundlage bieten. Das Amazonasbecken ist von dichter Regenwaldvegetation bedeckt. Besonders zu erwähnen gilt es die Tier- und Pflanzenwelt des Galapagos Archipels, der ein eigentliches Naturparadies darstellt und deshalb auch einer der weltweit meistbesuchten Nationalparks ist.

 

Gesellschaft

Ethnische Gruppen:
  • Mestizen (65%)
  • Indigene Bevölkerung (25%)
  • Spanischstämmige (7%)
  • Schwarze (3%)
Sprachen:
  • Spanisch
  • Quechua
Lebenserwartung::
  • 76 Jahre (Männer 73, Frauen 79)
Durchschnittsalter:
  • 23.5 Jahre
Wohlstand:
  • 65% unter der Armutsgrenze
Migration:
  • -8.58/1000 Einwohner
Religion:
  • Römisch-katholisch (95%)
  • Kleiner Anteil anderer christlicher Glaubensströmungen

Die ecuadorianische Bevölkerung besteht aus einem bunten Mix verschiedener Ethnien. Der Anteil der indigenen Bevölkerung ist einer der grössten in Lateinamerika. Sie leben vorwiegend im Hochland und sprechen Quechua. Aber auch im Amazonasbecken gibt es einige wenige indigene Völker. Nur wenige Ecuadorianer sind europäischer Herkunft. Sie sind es aber vorwiegend, welche die kleine wohlhabende Elite im Land bilden. Die Wohlstandsunterschiede spiegeln die ethnischen Grenzen wieder, wobei die indigene und schwarze Bevölkerung am meisten unter der Armut leidet, die einen grossen Teil der ecuadorianischen Bevölkerung betrifft.

Die ausgeprägte Armut führt dazu, dass ein grosser Teil der Landbevölkerung in die Städte zieht, wo sie sich ein besseres Leben erhofft aber es meistens nicht findet. So dass heute bereits rund ein Viertel der Bevölkerung in den beiden grössten Städten des Landes, Quito und Guayaquil lebt. Zahlreiche Ecuadorianer suchen die Lösung ihrer wirtschaftlich schlechten Situation in noch weiterer Ferne und emigrieren nach Nordamerika und Europa (vorwiegend nach Spanien).

Religion

Ecuador ist seit der Kolonialzeit ein stark christlich geprägtes Land. Trotz dem grossen Anteil der indigenen Bevölkerungsgruppe wird vorwiegend der Katholizismus praktiziert. Häufig vermischen die Ureinwohner Ecuadors den römisch-katholischen Glauben aber mit ihren traditionellen Religionen.

 

Geschichte

Vorkoloniale Kulturen:
  • Cara
  • Cañari
  • Inka
Spanische Eroberung:
  • 1532
Unabhängigkeit:
  • 1830
Nationalfeiertag:
  • 10. August
Traditionelle Musik:
  • Melancholische Andenmusik
Kulinarische Spezialitäten:
  • Gegrilltes Meerschweinchen (cuy)
  • Suppe aus Meersfrüchten (ceviche)

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts bevölkerten zahlreiche unterschiedliche Kulturen das Gebiet des heutigen Ecuador. Als die Inkas ihr Reich im Süden Perus gegen Norden ausweiteten, stiessen sie bis nach Ecuador vor und unterwarfen alle Völker in diesem Gebiet. Mit der Conquista, der Eroberung Südamerikas durch die Spanier, kam auch das Ende der Inka-Herrschaft. Die Spanier regierten bis ins Jahr 1822 als die Befreiungsarmee unter General Antonio José de Sucre die Truppen der Kolonialmacht entscheidend schlug. Damit wurde Ecuador Bestandteil Grosskolumbiens, dem neben Kolumbien auch Venezuela und Panamá angehörten. Nach dem Zerfall Grosskolumbiens entsteht 1830 die Republik Ecuador.

Kultur

Die Kultur Ecuadors ist sowohl von indianischen als auch von kolonialen Einflüssen geprägt. Die indianische Kultur spiegelt sich vor allem in der traditionellen Musik wieder, die als melancholische Andenmusik umschrieben werden kann. Auch in der Malerei erkennt man den indigenen Einfluss immer noch, obwohl die Spanier den Ureinwohnern in der Kolonialzeit das Malen von religiöser Kunst im Kolonialstil beibrachten. Die Architektur Ecuadors stammt ebenfalls vorwiegend aus der Zeit der spanischen Eroberer. Die kolonialen Kirchenbauten sind hauptsächlich barocker Prägung.

KÜCHE

Für Europäer sicher ungewöhnlich ist das Essen von gegrillten Meerschweinchen (cuy), das in Ecuador seit der Inka-Zeit ein Festmahl darstellt. Eher alltäglicher sind die typischen Kartoffel- oder Hühnersuppen. Als Hauptspeisen wird oft gekochtes oder gegrilltes Huhn, gebratenes Rind- oder Schweinfleisch mit Maisfladen (tortillas) oder Reis serviert. Die Ceviche, ein Cocktail aus rohen Garnelen, Austern, Fisch- und Muschelfleischstückchen mit Limonensaft und Gewürzen ist an der Küste ein beliebtes Menu.

 

Politik

Regierungsform:
  • Republik
Provinzen:
  • 22 Provincias
Konflikte:
  • Grenzstreit mit Peru (1995-1998)
Währung:
  • US Dollar (USD)
Hauptexportprodukte:
  • Erdöl
  • Bananen
BIP pro Kopf:
  • 3700$

Die jüngere Geschichte Ecuadors ist geprägt von politischer Instabilität. Häufig wurde der Präsident vor der Beendigung seiner Amtszeit gestürzt. Diese kleinen Revolutionen laufen aber meist friedlich ab. Der Präsident Ecuadors wird für vier Jahre gewählt und kann nicht unmittelbar wiedergewählt werden. Die Legislative bildet ein Einkammerparlament, dem 121 Abgeordnete angehören. Trotz minimaler Vertretung im Parlament haben die Indigenas eine gewisse Macht in der Politik Ecuadors. Die indianischen Dachorganisation CONAIE zählt an die drei Millionen Mitglieder.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Ecuadors ist stark von den Erdölpreisen abhängig. Da rund 40 Prozent der Exporteinnahmen mit Erdöl generiert werden, können fallende Erdölpreise in Ecuador zu einer Wirtschaftskrise führen. So geschehen Ende der 90er Jahre, als die Umweltkatastrophe „El niño“ die Krise noch verstärkte. Das Bankensystem kollabierte und die damalige nationale Währung Sucre entwertete sich 1999 in einem Jahr bis zu 70 Prozent. Die Regierung sah keinen anderen Ausweg aus der Krise als die einheimische Währung durch den Dollar zu ersetzen, um damit die Preise und die Wirtschaft zu stabilisieren.

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