Chile
Geografie
- 15'823'957 (Juli 2004)
- 756'950 Quadratkilometer
- MEZ minus 4 Stunden (minus 6 während europäischer Sommerzeit)
- Santiago (500 m ü M), rund 5.5 Mio. Einwohner (Hauptstadt)
- Valparaiso, rund 0.9 Mio. Einwohner
- Antofagasta, rund 0.3 Mio. Einwohner
- Concepcion, rund 1 Mio. Einwohner
- Ojos del Salado 6880 m
- 6435 km
Chile erstreckt sich über 4300 Kilometer von Norden nach Süden entlang dem Pazifik und den Anden und ist durchschnittlich gerade mal 200 Kilometer breit. Das Land lässt sich in die drei Zonen Nord-, Mittel- und Südchile einteilen. Der Norden besteht aus einer trockenen Wüstenzone. In diesem Gebiet sind die Anden am breitesten und bestehen aus mehreren Hochplateaus, die von 6000 bis 7000 Meter hohen Bergen umgeben sind. Das Plateaugebiet wird von der grossen Wüste Atacama durchzogen. Die Region Mittelchile ist sehr fruchtbar und am stärksten besiedelt. Die Hauptstadt Santiago und die meisten anderen grossen Städte befinden sich in diesem Gebiet. Der Süden hingegen ist sehr dünn besiedelt. Die Küste ist durch eine Vielzahl kleiner Inseln stark zerklüftet und die Anden sind durch die zahlreichen Fjorde tief zerteilt und eingeschnitten. Noch südlicher befindet sich die Insel Feuerland, die sich Chile mit Argentinien teilt. Neben dem schmalen Küstenstreifen gehören ausserdem einige Inseln im Südpazifik, darunter die Osterinsel, zu chilenischem Gebiet.
Flora und Fauna
Die grosse Längenausdehnung Chiles ermöglicht viele verschiedene Vegetationsformen. Im Norden trifft man auf Wüsten und Dornstrauchsteppen. Mittelchiles Vegetation ist üppiger. In den tieferen Gebieten trifft man auf Laub- in den Höhen auf Nadelwälder mit den für Chile typischen Araukarien. Weiter südlich wiederum wird die Vegetation etwas karger. Grasssteppen prägen das Landschaftsbild. Die Artenvielfalt ist in Chile geringer als in anderen Ländern Südamerikas. Die Anden wirken als Barriere für die Tierwanderung in Richtung Chile. Die Küstengewässer sind aber reich an Fischen und Meerestieren.
Gesellschaft
- Weisse und Mestizen (95%)
- Indigene Bevölkerung (3%)
- Andere (2%)
- Spanisch
- ca. 76 Jahre (Männer 73, Frauen 80)
- 29.8 Jahre
- 20.6% unter der Armutsgrenze
- 0/1000 Einwohner
- Römisch-katholisch (89%)
- Protestantisch (11%)
Die Bevölkerungszusammensetzung Chiles ist im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern recht homogen. Dies vor allem deshalb, da sich die spanischen Siedler bereits früh mit den einheimischen Indigenas vermischten, so dass heute kaum mehr eine Unterscheidung zwischen Chilenen rein europäischer Abstammung und Mestizen möglich ist. Der Anteil der indigenen Bevölkerung ist verschwindend klein. Nur noch im mittleren Süden oder im Norden Chiles trifft man auf eine Gruppe des Stammes der Mapuche beziehungsweise der Aymara, die ihre Traditionen erhalten konnten. Im letzten Jahrhundert sind zahlreiche Europäer eingewandert, darunter viele Deutsche, die sich vor allem im Raum Valdivia und Puerto Montt angesiedelt haben. Insgesamt war die europäische Einwanderung in Chile aber nicht so bedeutend wie in Ländern wie Argentinien oder Brasilien. Die Chilenische Gesellschaft ist sehr konservativ und stark von der katholischen Kirche beeinflusst. So war in Chile die Scheidung bis vor kurzem verboten. Bis zu 80% der Bevölkerung lebt in der Region um Santiago und Concepcion. Die Gemeinden im Süden und im Norden sind durch die weiten Landstriche stark von der übrigen Bevölkerung isoliert.
Religion
Die grosse Mehrheit der Chilenen ist römisch-katholischen Glaubens. In allen Städten findet man aber auch protestantische Kirchen und zahlreiche andere Glaubensgemeinschaften. In Santiago und Valparaiso sind ausserdem Synagogen zu finden. Die kleinen Gruppen der Indigenas üben weiterhin ihre traditionellen Religionen aus.
Geschichte
- Mapuche
- Aymara
- Inka
- 1541
- 18. September 1810
- 18. September
- Cueca (traditioneller Tanz)
- Nueva Canción (politische Lieder)
- Pastel de Choclo (Maisauflauf )
- Empanada de Pino (Pastete mit Hackfleischfüllung)
- Pisco Sour (Chilenischer Likör mit Zitronensaft und Zucker)
Die Inkas stiessen zum Ende des 15. Jahrhunderts bis in den Norden Chiles vor und drängten die Mapuche weiter in den Süden zurück. 1541 eroberten die Spanier den nördlichen Teil Chiles und Pedro de Valdivia gründete die Stadt Santiago. Die Mapuche konnten ihr Territorium lange verteidigen und wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängt. Der Unabhängigkeitskampf begann 1810 und dauerte bis 1818. Im Anschluss wechselten autoritäre und liberale Regierungen in rascher Folge. Im Salpeterkrieg am Ende des 19. Jahrhunderts eroberte Chile die Atacama-Wüste von Bolivien und Peru.
1970 konnte die Unidad Popular von Salvador Allende die Wahlen für sich entscheiden. Es wurden wichtige Wirtschaftszweige verstaatlicht und Chile wurde abrupt in Richtung einer sozialistischen Gesellschaft umgestaltet, was auf inneren und äussern Widerstand traf. Am 11. September 1973 wurde die Regierung Allende durch einen Militärputsch mit der Unterstützung des CIA gestürzt und der Heereschef Augusto Pinochet übernahm als Diktator die Macht. Während des Putschs und in den folgenden Jahren wurden über 3000 Oppositionelle ermordet oder verschwanden. Anhänger Allendes wurden gefoltert und ins Exil getrieben. 1989 wurde Pinochet bei freien Wahlen abgesetzt.
Kultur
Das kulturelle Leben wird durch zwei Strömungen geprägt. Die kosmopolitische Kultur wird hauptsächlich von der wohlhabenden Stadtbevölkerung gepflegt. Auf dem Land findet man eine volkstümliche Kultur von spanischem und indigenem Einfluss, welcher sich vor allem in der Musik und im Tanz ausdrückt. Chile besitzt ausserdem eine reiche literarische Tradition. Mit Pablo Neruda und Gabriela Mistral stammen gleich zwei Literaturnobelpreisträger aus Chile.
KÜCHE
Chiles Küche ist abwechslungsreich und köstlich. Die Küstennähe und das mediterrane Klima führen dazu, dass Früchte und Meeresfrüchte häufig auf der Speisekarte zu finden sind. Chile ist ausserdem ein Weinland.
Politik
- Republik
- 13 Regiones
- Salpeterkrieg (1879-1883)
- Peso Chileno (CLP)
- Kupfer
- Fisch
- Wein
- Früchte
- Chemie
- 9900$
Seit 1990 wurde Chile nach fast 17 jähriger Diktatur wieder demokratisch. Die Exekutive steht unter der direkten Leitung des Staatspräsidenten, der für die Amtszeit von sechs Jahren gewählt wird. Der Nationale Kongress, der die Legislative bildet, besteht aus der Abgeordnetenkammer (120 Mitglieder) und dem Senat (46 Mitglieder). Innenpolitisch dominiert das Thema der weitern Modernisierung des Staates insbesondere im Bildungs-, Gesundheits- und Erziehungswesen. Die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen während des Militärregimes ist immer noch in vollem Gange und ist Aufgabe der ordentlichen Gerichtsbarkeit.
Wirtschaft
Die Chilenische Volkswirtschaft wurde unter Pinochet konsequent nach marktwirtschaftlichen und neoliberalen Aspekten umgebaut und dereguliert. Heute gilt Chile als eine der offensten Volkswirtschaften weltweit und gehört zu den führenden Industrienationen Lateinamerikas sowie zu den grössten Rohstoffproduzenten. In Chile befinden sich die grössten Kupfervorkommen der Welt. Neben dem Abbau von Kupfer wird Forst-, Fischerei- und Landwirtschaft betrieben. Den grössten Anteil am Bruttoinlandprodukt stellt aber der Dienstleistungssektor. Auch wenn Chile volkswirtschaftlich gut da steht, herrscht immer noch ein grosses soziales Ungleichgewicht. Die Bemühungen der nach Pinochet regierenden Mitte-Links-Regierungen, die sozialen Härten abzufedern, haben bis heute nur geringe Wirkung gezeigt.





