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Kultur

Die mexikanische Kultur hat indianische, spanische und US-amerikanische Einflüsse. Während auf dem Land vor allem der Einfluss der Nachfahren der Maya, Tolteken und Azteken in die Kultur einfliesst, sind die Kunstwerke und die Architektur in den Städten von französischer, spanischer und US-amerikanischer Prägung. In der Musik gingen die indianischen Einflüsse praktisch verloren, da die spanischen Eroberer den Indianern die europäische Musik aufzwangen. Die ursprünglich europäische Musik hat sich bis heute aber zu zahlreichen mexikanischen Musikstilrichtungen weiterentwickelt.

Geschichte

Bereits sehr früh entwickelten sich in Mexiko Zivilisationen, wie die der Olmeken, der Mayas oder der Tolteken. Im 12. Jahrhundert begann die Zeit der Azteken. Sie drangen aus der heutigen Gegend von New Mexiko und Arizona in den Süden ein und gründeten die Siedlung Tenochtitlán. Sie dehnten ihr Einflussgebiet aus und waren im 15. Jahrhundert die vorherrschende Macht im zentralen und südlichen Mexiko. Nach mehreren Kämpfen im Jahr 1520 nahmen die Spanier unter Hernán Cortés Tenochtitlán ein. Die Spanier herrschten 300 Jahre lang. Diese Zeit war geprägt durch die Ausbeutung und Versklavung der indianischen Bevölkerung. Nachdem der Kampf gegen die spanische Regierung mit dem Aufruf von Miguel Hidalgo y Costilla 1810 begann, erreichte Mexiko 1821 mit dem Vertrag von Cordóba die formelle Unabhängigkeit. Im Mexikanischischen Krieg von 1846 bis 1848 verlor Mexiko etwa die Hälfte des Staatsgebietes an die Vereinigten Staaten. Der Bürgerkrieg von 1910 bis 1920 um die Macht im Land ging als die Mexikanische Revolution in die Geschichte ein.

Gesellschaft

Die Gesellschaft Mexikos ist vor allem durch die indianische und die spanische Kultur beeinflusst. Die Mexikaner bewerten den indianischen Einfluss positiver als den spanischen, so dass man kaum eine Statue von spanischen Eroberern sondern eher von aztekischen Herrschern wie Moctezuma oder Cuauhtémoc sieht. Trotzdem sind die Indigenas in Mexiko Bürger zweiter Klasse. Die Mestizen und die spanischstämmige Bevölkerung halten den Grossteil der gesellschaftlichen Machtpositionen inne. Ein weiteres prägendes Element in Mexikos Gesellschaft ist das Machotum und der Nationalstolz. Das Machotum kann allenfalls mit der gewalttätigen Vergangenheit des Landes und dem traditionell starken Familiensinn erklärt werden. Der Nationalstolz rührt vor allem aus dem 11 Jahre dauernden Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier im 19. Jahrhundert und den anschliessenden Kämpfen gegen nordamerikanische und französische Eindringlinge.

Küche

Auch in der Küche gibt es in Mexiko Unterschiede zwischen Küste, Hochland, Süden und Norden. So wird im Süden vor allem Chili angeboten, während Rindfleisch die im Norden am meisten gebrauchte Zutat ist. Zu fast jeder Speise werden Maistortillas serviert.

Religion

Der Grossteil der mexikanischen Bevölkerung ist römisch-katholisch. Das wichtigste Symbol der mexikanischen Kirche ist die Jungfrau von Guadalupe, die einem indigenen Mexikaner im Jahre 1531 erschienen sein soll. Sie repräsentiert die Verbindung des katholischen Glaubens zu den indianischen Religionen. Denn die indianischen Christen verbinden auch heute noch stark das Christentum mit ihren traditionellen Religionen.

Politik

Im Juni 2000 kam in Mexiko die Konservative Partei PAN an der Macht. Vorher regierte in Mexiko 71 Jahre hintereinander dieselbe Partei, die Partei der institutionalisierten Revolution (PRI). Während der Regierungszeit der PRI wurden die Institutionen des Staates und der regierenden Partei nicht klar getrennt, so dass es bei Wahlen häufig zu Unregelmässigkeiten kam. Die Wahl im Jahre 2000 wurde vielerorts als die fairste in Mexiko seit der Revolution bezeichnet. Aufgrund des grossen Wohlstandsgefälles zwischen Mexiko und seinem nördlichen Nachbar, den USA, ist die Nordgrenze ein wichtiges Thema in Mexikos Aussenpolitik. Die USA kämpfen seit langem gegen illegale Einwanderer aus Mexiko. Ein innenpolitisches Thema ist der Konflikt mit den Zapatisten im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos. Bei den Zapatisten handelt es sich um eine Guerillabewegung der indigenen Bevölkerung, deren Ziel eine Demokratisierung des Landes und eine Verbesserung ihrer sozialen Situation ist.

Wirtschaft

Mexiko hat sich von einer rohstofforientierten Wirtschaft zu einem halbindustrialisierten Land entwickelt. Seit dem Beitritt zur Nordamerikanischen Freihandelszone im Jahre 1994 ist die Bedeutung der USA als wichtigster Handelspartner noch gestiegen. Die wirtschaftliche Situation hat sich aber seither nur unwesentlich verbessert. Von 1994 bis 1995 erlitt Mexiko eine Devisenkrise, die in einer hohen Inflationsrate und einem grossen Leistungsbilanzdefizit seine Ursache hatte. Es dauerte Jahre bis sich das Land davon erholt hatte.